Claudia Bahn

Stahlskulpturen von Claudia Bahn -Tier und Wein

Die Künstlerin Claudia Bahn kehrt immer wieder zur „Elsie“-Figur zurück: Es ist ein weibliches Wesen mit Tierkopf, und ein zentrales Element in den Arbeiten der Wahlniederösterreicherin. Sie ist eine mütterliche Urfigur und steht gleichsam als Archetyp für das Weibliche. Elsie ist vielgestaltig und vielgelenkig und ist mit der Polarität jeder Frau ausgestattet: Sie ist kraftvoll, kokett, lebensfroh, hinterlistig, anmutig, verspielt, anziehend, bedrohlich und vieles mehr zugleich. Zur anmutigen Elsie gesellt sich der starke Stier. Mit seiner ironisierten Mannespracht und zur Schau gestellten Überlegenheit nimmt Claudia Bahn, die als Grafikerin, Malerin und Designerin tätig ist, männliche und patriarchale Rituale auf die Schaufel.

Seit 2015 lebt die Künstlerin in einem Winzerhaus aus dem 15. Jahrhundert in Joching im Herzen der Wachau. Die durch den Wein seit Jahrhunderten kultivierte Region inspiriert sie zu immer neuen Figuren, die sich wie selbstverständlich in die Wein-Landschaften einfügen. Hier sind die „Weingarten-Skulpturen“ in großer Zahl aus der Leinwand in den Raum herausgetreten. Sie stellen in ihrer zweidimensionalen Schlichtheit den Glanz und die Tragik der zwischenmenschlichen Beziehungen dar und werfen ihre spannenden Schatten auf die Umgebung. Mit erhobenem Weinglas nehmen sie Bezug auf die Landschaft und tanzen ihr eigenartiges Bacchanal auf der Kippe zwischen Lebensfreude und Abgrund.