Kamptaler Winzer

Im ewigen Streit der Weinbaugemeinden um Superlative kann Langenlois einen Titel keiner streitig machen: Es hat die vielseitigste Weinkultur.
Wenn es um Titel geht, kennt der Österreicher bekanntlich keinen Spaß. Die längsten Kelleranlagen, die ältesten Betriebe, die größte Erntemenge - irgendwo lauert auch für jeden Weinbauverein und die ortsansässigen Tourismusvertreter ein Superlativ, der sich vermarkten lässt. Retz, Gols und Langenlois matchten sich jahrelang, wer denn die Weingemeinde schlechthin sei. Spätestens mit der nicht nur architektonisch markanten Erlebniswelt Loisium und den Winzerzimmern des angeschlossenen Hotels hat die Kamptal-Metropole ein Alleinstellungsmerkmal.

Wobei die Gebietsvinothek Ursin-Haus diese Besonderheit auf das Trefflichste ergänzt. Beim Winzer-Namedropping weiß man ohnehin nicht, wo man beginnen soll, so wesentlich ist der Beitrag des Kamptals zur Spitze der heimischen Rieslinge und Grünen Veltliner. Der lange Schatten, den die Wachau in diesem Segment warf, ist dem Licht gewichen, das plötzlich auf die vom Kittmannsberg über den Käferberg bis zum Gaisberg geerntete Qualität fällt. Die letzte Anschubhilfe verlieh dem Ruf der Weine die Einführung der Kamptal DAC-Reserven. Spätestens damit wurde auch die Langlebigkeit der Weine für breitere Konsumentenschichten transportiert.

Heurige der Winzerfamilien
Klar, wer Kamptal sagt, wird irgendwann auch Heiligenstein sagen. Die bekannteste Lage des Tals, mit vollem Namen Zöbinger Heiligenstein, stellt eine geologische Besonderheit dar. Denn Sandsteinlagen, wie man sie etwa in Deutschland öfter vorfindet, sind in der heimischen Rieslingszene rar. Der im Erdzeitalter Perm vor 270 Millionen Jahren entstandene Riegel enthält neben vulkanischen Elementen auch die verkohlten Reste urzeitlicher Pflanzen. Das macht ihn zunächst einmal für Fossiliensammler interessant, doch für den Sonderstatus im Weinbau kommt zum Boden noch das Klima als entscheidender Faktor dazu. Durch den immer noch spürbaren pannonischen Klimaeinfluss wird es tagsüber warm in den Rebzeilen, was der Reife dient, während abends das Waldviertel, die große Kühlanlage des Donauraums, diese Aromatik gleichsam  "konserviert“.

Aber Langenlois besteht nicht nur aus dem Heiligenstein, genauso wie die hier gelesenen Weine nicht nur aus Riesling und Grünem Veltliner bestehen. Neben Chardonnay haben mittlerweile auch der anspruchsvolle Pinot Noir und der robuste Zweigelt hier eine Heimat gefunden - kultiviert etwa von der Winzerfamilie Schneider am Cobaneshof im Ortsteil Gobelsburg. Der beliebte Ausflugsbetrieb findet sich dabei in guter Gesellschaft. Neben den bekannten, großen Winzerbetrieben wie Loimer, Jurtschitsch, Bründlmayer haben sich in den letzten Jahren nämlich einige kleinere Weingüter zu einer losen Kooperation verständigt. "Das Besondere ist, dass bei uns alles noch sehr persönlich abläuft“, schildert Renate Nastl. Sie sieht es als Kooperation von Heurigenbetrieben mit Qualitätsgedanken.

"Wir sind noch alles Familienbetriebe“, so Nastl, die bei dieser Gelegenheit auch immer wieder gern die Geschichte des Heurigen erzählt. Die Kurzversion: Die nur zum Weinverkauf gedachte Einrichtung verbreitete sich unter Karl dem Großen im achten Jahrhundert. Erst Ende des 19. Jahrhunderts durften Heurige auch Brot verkaufen, und über die Jahre kamen jede Menge "raffinierte Speisen“, wie Nastl es nennt, dazu. Damit meint sie wohl auch die für ihren Heurigen typische "Sausemmel“, ein Wachauerlaberl mit Schweinsbraten und Zwiebel. Oder den Rebstockgrill vom Weingut Höfinger, wo Fleisch über der Glut alter Rebstöcke bruzelt. Beim Heurigen zum Baumbart von den Baumgartners wiederum steht Wild aus der eigenen Jagd auf der Karte. Ebenfalls mit im Boot sind Ludwig Grubers Weingut am Berg, der Schmid am Sauberg, die Familie Steinschaden und das Weingut Grillmaier. Und mit Barbara Öhlzelt, der Lebenspartnerin des Haubenkochs Karl Schwillinsky, hat sich auch eine Newcomerin zu der Riege gesellt. Seit 2007 kümmert sich die Winzerin aber nicht nur um den Wein, sondern war federführend an der Wiederentdeckung des Verjus beteiligt. Die Säure aus unreif gepressten Trauben war schon zu Zeiten Hildegard von Bingens ein bekanntes Säuerungsmittel, endgültig vertrieben haben es erst die importierten Zitrusfrüchte von unseren Speiseplänen.

Originelle Labestationen
Als Erfrischung, etwa mit Soda gespritzt, ist diese mittelalterliche Ingredienz plötzlich aber wieder ein spannendes Produkt geworden, auf das auch die Spitzengastronomie gern setzt. Apropos Erfrischung: Wer will, dem wird in den Weinsafes, die rund um Langenlois aufgestellt sind, auch Verjus eingekühlt. Die urigen Steinhäuschen sind als originelle Labestationen Teil des Weinwegs, der auf einer sechs Kilometer langen Runde die Lagen Dechant, Käferberg, Steinhaus und Schenkenbichl verbindet. Passend zum Anspruch als Weinerlebnisstadt hat man Objekte und Skulpturen integriert, etwa einen überdimensionalen Bilderrahmen, der zu den beliebtesten Fotolocations der Region zählt. Kinder wiederum lieben den meterlangen Regenwurm, der die Wichtigkeit der Bodenbearbeitung unübersehbar illustriert. Schließlich wirbt man in Langenlois heute nicht mehr mit Superlativen, sondern dem zum Weinbau passenden Hinweis: "Ein guter Boden.“


Die Winzer:

Ludwig Gruber jun. und Michael Gruber
Familie Gruber betreibt - umgeben von alten Obstbäumen und kühlen Wäldern, Gemüsebeeten und duftenden Kräutern - das kleine „Weingut am Berg“ im idyllischen Örtchen Mittelberg.

Josef Grillmaier
In der Kellerwirtschaft stehen schonende Verarbeitung des Traubenmaterials und die saubere Pflege der Weine an erster Stelle. Tradition und Moderne und Qualität vor Quantität - dies sind die Schlagworte, nach denen im Weingut Grillmaier gearbeitet wird. 

Egmont Höfinger
“Was die Natur den Trauben mitgibt, wollen wir im Wein besonders entfalten” - Egmont Höfinger

Bernd und Karl Baumgartner
Der Famililienbetrieb Baumgartner bewirtschaftet 20 ha Weingärten rund um Gobelsburg und Zöbing am Heiligenstein.
Um die Produktion der Baumgartner Spitzenweine kümmern sich Bernd und Karl Baumgartner. Sie legen besonderen Wert darauf in Einklang mit der Natur und dem Rebstock zu arbeiten.

Familie Steinschaden
„Die Kraft und Freude, die ich in die Erzeugung meiner Weine stecke, spiegelt sich im Charakter jeder einzelnen Sorte wider.“ - Karin Steinschaden

Andreas und Alexandra Schmid
Die Weingärten werden nach den Richtlinien der "kontrolliert integrierten Produktion" bewirtschaftet. Die Böden werden mit selbst hergestelltem Kompost gedüngt, die Nützlinge an den Rebstöcken werden gefördert. Im Keller entstehen mit Tradition und moderner Technik großartige Weine.

Ernst Schneider
"Wir haben uns den gängigen Rebsorten des Kamptals verschrieben: Grüner Veltliner, Riesling, Chardonnay und Zweigelt. Klare und trockene Weine mit frischer Nase und Bukett.

Barbara Öhlzelt
2004 vinifizierte Barbara Öhlzelt ihren ersten Jahrgang und etablierte sich am Markt. Sie produziert ausnahmslos charaktervoller Weißweine mit den Schwerpunkten Grüner Veltliner und Riesling. 

Günter und Renate Nastl
Im unverwechselbaren Kleinklima des Kamptales reift eine Palette außergewöhnlicher Weine. Entdecken Sie die Schönheit und den Geschmack der urzeitlichen Böden in den Weinen von Nastl.



 

Ihr Ansprechpartner

Ihre Ansprechpartner:

Günter und Renate Nastl - 02734/2903

Barbara Öhlzelt - 02734/4857

Ernst Schneider - 02734/2564

Andreas und Alexandra Schmid - 02734/2188

Familie Steinschaden - 02734/4447

Bernd und Karl Baumgartner - 02734/2127

Egmont Höfinger - 02734/2356

Josef Grillmaier - 02734/2531

Ludwig jun. und Michael Gruber - 02734/2965

Manufakturen und Partner

Educational Toy Design

Produzenten, Ternitz
Mingo - eine tolle Kiste!

M Lounge

Kulinarik, Wien
M-Lounge - Have fun, enjoy and rock the kitchen!
 

Weingut & Heuriger Christ

Kulinarik, Wien
Natur. Tradition. Innovation