Premium Weingüter Weinviertel

Das Herz des österreichischen Weinbaus schlägt rechts oben. Im Weinviertel dominiert der Veltliner, und doch hat sich alles geändert. In der Weinkollektion der "Presse“-EDITION kann man die Gründe dafür erkosten.
Noch 1999 war das Weinviertel spannend wie ein Theaterstück, in dem einem am Ende des ersten Akts schon die Augen zufallen. Man kannte den Hauptdarsteller, einen wandelbaren Herrn namens Veltliner, überrascht hatte er mit seiner Art zu spielen aber schon lang nicht mehr. Doch schon der zweite Akt dieser Heldenerzählung ließ sich anders an, der dritte hob das Publikum dann aus den Sesseln. Denn die erste Region Österreichs, die sich aus freien Stücken für eine DAC-Klassifizierung (Districtus Austriae Controllatus) entschieden hat, gilt nach wie vor als das Musterbeispiel dafür, was diese Herkunftsbezeichnung bringen kann.

Geführt von Roman Pfaffl, Obmann des lokalen Weinkomitees, des rechtlichen DAC-Organs vor Ort, hat man nämlich gehandelt wie die Sophisten, auf die Plato immer so gern geschimpft hat: Schwächen wurden zu Stärken erklärt. Denn was sollte dieses Festhalten am Grünen Veltliner, von dem gut die Hälfte der österreichischen Produktion hier wächst? Während anderswo mit den internationalen Sorten - wahlweise Chardonnay, Sauvignon oder Cabernet und Merlot - vor 15 Jahren die ersten Raten für Weinpaläste angezahlt wurden, nachdem schon genug SUVs neben den Traktoren parkten, blieb man hier dem oft als "Brünnerstraßler“ geschmähten Veltliner treu.

Das Erwachen des Riesen
Die Qualitäten waren schwankend, doch hier kamen die Sophisten aus dem Norden erneut zum Zug. Denn mangels großer Leitbetriebe, die bei Verkostungen in San Francisco genauso umjubelt werden wie in den heimischen Guides, setzte man das Qualitätslevel einfach für alle hinauf. Und damit wäre der zweite Akt auch schon im Chaos der Rebellion geendet, hätte nicht der Erfolg sehr rasch gezeigt, dass diese kleinen Schritte bereits äußerst gut ankamen. Die Neugierde auf den DAC, wenn er auch konsequent falsch ausgesprochen wurde, tat ein Übriges, um die Winzer in Aufbruchstimmung zu versetzen.

Mit dieser Vorbereitung ging man daran, auch die geschmacklichen Unterschiede des immer nur als groß und undifferenziert wahrgenommenen Weinviertels zu kultivieren. Denn vom Süden aus kann einem dieser Landstrich schon etwas amorph erscheinen. "Fahren wir links oder rechts?“, interessiert den Hauptstädter; geht es also gen Hollabrunn und Retz oder doch nach Mistelbach und Laa? Was wie eine große Weite wirkt, hat ein paar Etagen tiefer aber klare Unterschiede aufzuweisen. Mineralischere Veltliner wie jene um Röschitz wird man selten finden. Sie schmecken nach Feuerstein und lassen jene verstummen, die mit pflanzenphysiologischen Diagrammen erklären, dass man den Boden eigentlich nicht schmecken kann.

Ob der Grüne Veltliner auf Löss, der gemeinhin die schmelzigeren Varianten hervorbringt und die Weinviertler Rieden quantitativ dominiert, oder auf Urgesteinsboden gestanden ist, erkennt man rasch. Doch auch oberirdisch ist das weite Land alles andere als uniform. Denn der Wind weht nicht von der Hauptstadt, sondern vom Manhartsberg her. Je näher man dem Waldviertel kommt, desto klarer wird dieser Einfluss des kühleren Klimas, die Frische des Weines bekommt über die reine Säure hinaus eine Tiefendimension.

Welche Kraft dieser Weinriese im dritten Akt entwickelt, zeigt ein Blick auf die Getränkekarten. Wo ist denn der Welschriesling, der als klassischer Einstiegswein in allen Gasthäusern fungiert hat? Wer hat den grasigen Sauvignon blanc von der Schiefertafel gewischt, als hätte er dort nie gestanden? Der Grüne Veltliner Weinviertler Provenienz ist Österreichs Wein mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Den Wahrheitsbeweis braucht der Riese gar nicht anzutreten. Denn abgestimmt wird täglich in den Vinotheken und an den Schanktischen. Und hier findet man immer öfter die reifen Reserven, wie sie etwa Rudolf und Anita Schwarzböck mit dem Veltliner "Aichleiten“ keltern, oder Roman Pfaffl mit seinem "Hundsleiten“.

Wobei wir hier noch nicht einmal von den Geheimwaffen gesprochen haben. "Das ist doch eigentlich unglaublich“, schüttelt etwa Master-Sommelier Hendrik Thoma den Kopf. Der eloquente Kenner aus Hamburg hatte gerade Norbert Fidessers Sauvignon blanc 2013 verkostet. "Dafür ist die Gegend ja nicht gerade bekannt“, flachste der Herr von der Waterkant, bis dann der 2007er entkorkt wurde, der endgültig klarmachte, welches Potenzial hier auch abseits des Veltliners für Weißwein schlummert. Winzer, die viel Risiko nehmen, haben auch den Burgundersorten eine Heimat gegeben, aber auch der Muskateller gedeiht zu einem spannenden Wein, abseits seiner oft beklagten penetranten Fruchtigkeit. Wobei die 80-prozentige Dominanz des Weißweins nicht suggerieren soll, es gäbe keine Rotweine. Egal, ob aus der Malteser-Kommende Mailberg oder dem Geheimtipp schlechthin, der Rotweininsel Haugsdorf, stammend - die Langlebigkeit dieser Weine verblüfft oft in Blindproben. Einen sommerlichen Vorgeschmack geben die Rosés, etwa von Hans Setzer oder dem Weingut Zull. Auch so sanft kann der Weinriese im Norden sein!


Die Winzer:

Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein
Zur Hofkellerei der Stiftung Fürst Liechtenstein zählen die Hofkellerei in Wilfersdorf im Weinviertel sowie die Hofkellerei in Vaduz mit der kellereigenen Vinothek und dem Spezialitätenrestaurant Torkel.

Weingut Roland Minkowitsch
Seit 1620 ist Familie Minkowitsch im Weinbau in Mannersdorf tätig. Mit der Baumpresse aus dem Jahr 1820 wird heute noch gepresst. Diese einzigartige und schonende Verarbeitungsweise wird nur noch von wenigen Betrieben in Österreich angewendet. Hier entsteht aus Tradition höchste Qualität.

Weingut Norbert Bauer
Bereits seit 1721 besteht das Weingut in Jetzelsdorf im Weinviertel und ist damit in 13. Generation in den Händen der Familie. 1992 hat Norbert Bauer das Weingut von seinen Eltern übernommen und führt es nun zusammen mit seiner Frau, Winzerin Gisela. Für die einzigartige Handschrift, die der Familienbetrieb über die Generationen in seinen Weinen weiterentwickelt hat.

Weingut Klein
"Unser Wein ist ein lebendes Element.“ Er hat seine eigene Kraft, Persönlichkeit und Essenz – entwickelt aus den Reben, dem Boden, dem Klima und dem Winzer. Das Zusammenspiel all dieser Umstände und Elemente macht am Ende den Unterschied von einem Wein zum anderen.

Weingut Fidesser
Die Weingärten werden nach den Grundsätzen des biologisch-organischen Weinbaus bewirtschaftet, auf synthetische und systemische Pflanzenschutzmittel wird verzichtet. Der Schutz der Rebe vor Krankheiten erfolgt ausschließlich mit natürlichen Mitteln, durch eine sehr intensive Laubarbeit und die Förderung von Nützlingen. Ein intaktes Bodenleben garantiert eine hohe Vitalität der Reben, die eine natürliche Abwehrkraft gegen Witterungsextreme, Krankheiten und Schädlinge bewirkt.

Weingut Pleil
In der Familie Pleil wird seit Generationen Weinbau betrieben. Der Grüne Veltliner genießt den Status der Lieblingssorte, die rund 40 Prozent der Rebfläche einnimmt. Ebenfalls wichtige Weißweinsorten sind Chardonnay und Riesling, bei den Rotweinen dominiert der Zweigelt. Christian Pleil forciert einen glockenklaren und erfrischenden Weinstil - vom leichten Einstiegswein bis zur komplexen Reserve. Wichtig ist ein Maximum an authentischer Sorten- und Herkunftscharakteristik.

Weingut Malteser Ritterorden
Als die Weinkellerei Lenz Moser 1969 das Schlossweingut des Souveränen Malteser Ritterorden pachtete, übernahm sie auch dessen Leitsatz "optimus quisque“. "Einfach das Beste“ gilt noch heute. Dazu gehören Güte vor Menge, organische Düngung, natürlicher Pflanzenschutz und das ganze Jahr hindurch viel Handarbeit.

Weingut Prechtl
Seit 1839 besteht das Weingut Prechtl in Zellerndorf im Retzer Land. Das Familiengut wird inzwischen von Franz Prechtl geführt. Der Winzer legt größten Wert auf naturnahen Weinbau. Der Fokus des 14 Hektar großen Weinguts liegt auf der Sorte Grüner Veltliner. Sechs unterschiedliche können angeboten werden. Grundlage dafür ist das Herausarbeiten der Qualitäten verschiedener Bodentypen, Lagen und das Alter der Stöcke.

Weingut Weinrieder
Im Weingarten erfolgt ein naturnaher Weinbau mit Schonung der Nützlinge, Begrünung, sowie rigoroser Ertrags-Beschränkung durch kurzen Rebschnitt und konsequentem Ausdünnen. Sehr späte Weinlese, schonende Verarbeitung, minimaler Einsatz der Kellertechnologie sowie langer Ausbau auf der Hefe ergeben Weine mit Kraft und Charakter.

Weingut Taubenschuss
Das Weingut besteht seit 1670 und baut auf die Erfahrungen erfolgreicher Winzergenerationen. Taubenschuss ist bekannt für reintönige, trockene Weine mit unverwechselbarer, dichter Charakteristik. Geachtet wird auf Natürlichkeit, also kommen die Weine mit dem jeweiligen Jahrgangs-Charakter in die Flasche.

Weingut Setzer
2001 wurde die Landwirtschaft verpachtet und Setzer zu einem reinen Weingut. Alle Weingärten inklusive Traubenzukauf liegen in im Umkreis der Kellerei in Hohenwarth und haben dadurch ein exakt gleiches Basisklima, welches nur durch spezielle Einzellagen verstärkt wird. Trotz sehr wenig Niederschlags gibt es keine Bewässerung, deshalb haben die Rebstöcke besonders tiefgehende Wurzeln, um auch bei längeren Trockenperioden Wassernot zu vermeiden.

Weingut Zull
Authentischen Wein mit Seele zu machen, bedeutet, sich auf die vorgegebenen Bedingungen der Natur einzulassen. Erdig und traditions­bewusst, bedacht auf natürliche Ressourcen und in­mitten einer herrlichen Landschaft bringt Familie Zull den Wein hervor, der auf Millionen Jahre alten Böden wächst. Dabei scheuen sie keinen Auf­wand, um selbst nach jahrzehntelanger Erfahrung immer wieder Qualität und Ergebnis aufs Neue zu prüfen und zu hinterfragen.

Weingut Pfaffl
Das PFAFFL Pfefferl ist längst Marke, und auch sonst hat sich der Familienbetrieb aus dem südlichen Weinviertel einen Namen in Sachen Top-Qualität gemacht. Der Antrieb dazu war und ist Roman Pfaffls Liebe zum Grünen Veltliner, der von der Familie in den verschiedensten Spielarten vinifiziert wird. Aber nicht nur diese typische Weinviertler Rebsorte hat es der ehrgeizigen Familie angetan, sondern auch opulente Rote, die Roman und Roman Josef Pfaffl auf höchstem Niveau präsentieren.

Weingut Schwarzböck
Die Weinserie trägt die Handschrift des Winzers: Die Weine zeichnen sich durch Klarheit, Finesse und Authentizität aus. Der pure Geschmack der Sorte und des Bodens bei zeitgemäßer, natürlicher Erzeugung ist das, was bei den Schwarzböcks zählt.



 

Ihr Ansprechpartner

Premium Weingüter
Obmann Rudolf Schwarzböck
Hauptstrasse 56-58
2102 Hagenbrunn

T +43 2262 67 27 40
F +43 2262 67 27 40 20

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