"Presse" - Musiksalon

Seit 2015 hat der Musiksalon im MuTh mit dem bewährten Gastgeber Wilhelm Sinkovicz ein wunderbares Zuhause gefunden. Sein Rückblick auf die Geschichte des Musiksalons.

Begonnen hat es im Tabakmuseum. Aber das Rauchen ist aus der europäischen Kulturgeschichtsschreibung getilgt worden. Die historischen Pfeifen und edlen Tabatieren darf man mittlerweile nur noch im Internet besichtigen. Dafür ist eine Veranstaltungsreihe, die einst im Tabakmuseum ihre Premiere erlebt, bis heute in wechselnden Gestalten lebendig geblieben: Am 30. September 1997 fand der erste Musiksalon der „Presse“ statt. In Anknüpfung an die alte Salonkultur bat der Musikkritiker des Blattes zum gemütlichen Zusammentreffen, um über Oper, Symphonie und Kammermusik, über Sänger und ihre Liedprogramme, Dirigenten und ihre Primadonnenallüren, über Marotten von Komponisten und Skurrilitäten aus der Musikgeschichte zu plaudern.

Dazu gab es gleich von Beginn an stets einen Schluck zu trinken und die Besucher tauschten ihre eigenen Erfahrungen aus Musikverein, Konzerthaus, Staats- oder Volksoper aus. Dass im Theater an der Wien wieder einmal ein Opernbetrieb installiert werden würde, konnte damals noch keiner der Gäste ahnen. Zwar war die Weigerung der Stadt Wien, aus Wiens ältestem bedeutenden Opernhaus das Kommerzmusical zu vertreiben, das sich dort eingenistet hatte, Dauerthema in den Gesprächen, die in der Folge im „Presse“-Musiksalon abgehalten wurden. Aber die freudige Nachricht, dass der erste Opern-Stagionebetrieb seit Jahrzehnten aufgenommen werden konnte, kam erst ein knappes Jahrzehnt später, im Mozartjahr 2006.

Da lief der Musiksalon schon in seinem neunten Jahr; er war zur Dauereinrichtung geworden.

Freilich wechselten die Veranstaltungsorte. Über viele Jahre war die Beletage des einstigen Palais der Hofschauspielerin Katharina Schratt, vis-à-vis der Staatsoper, Ort der Begegnung der Musik-Kenner unter den „Presse“-Lesern. Dort war bis 2005 das nach dem Tod des Dirigenten eingerichtete Herbert-von-Karajan-Centrum zu finden – und der Musiksalon fand tatsächlich in einem imperialen Wiener Salon statt.
Ganz nah am Puls des Wiener Musiklebens war man danach – die technische Ausstattung des Gläsernen Saals im Musikvereinsgebäude führte den Salon zwar unter die Erde, aber man traf sich mit Künstlern zum Livegespräch: Interviews und Videozuspielungen standen im Mittelpunkt.

In den vergangenen Jahren suchte man wieder die Konzentration auf die Musik, die gemeinsame Hörerfahrung. Die mittlerweile eingeschworenen Salonbesucher trafen einander zu Spezialausgaben, in denen musikalische Assoziationen zu laufenden Ausstellungen in der Albertina oder im Theatermuseum geknüpft wurden. Man war wieder in der Beletage angelangt, an historisch bedeutsamen Orten wie dem Musensaal der Albertina oder dem Eroica-Saal im Palais Lobkowitz. Dort werden auch weiterhin Sondersalons stattfinden.

Regelmäßig trifft man sich seit dem Frühjahr 2015 im MuTh, dem technisch exzellent gerüsteten Konzertsaal der Wiener Sängerknaben am Augartenspitz in der Leopoldstadt.
Ein Abonnement-Zyklus führt den Musiksalon auf die ursprüngliche Form zurück: Man plaudert über das Musikleben. Wilhelm Sinkovicz erläutert mit Ton- und Videozuspielungen spezielle Aspekte der Musikgeschichte und des aktuellen Geschehens in der Klassikwelt – und bei einem Glas Wein findet man sich dann im Dialog. Eine längst zur Tradition gewordene Begegnung der „Presse“-Musikfreunde geht in eine neue Saison.

 

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